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Definition

Die Corsage (abgeleitet von frz. Körper) ist ein auf Figur gearbeitetes, den weiblichen Oberkörper eng umschließendes, meist dekolletiertes, schulterfreies Kleidungsstück. Eingearbeitete Spiralfederstäbe oder Stäbchen versteifen sie, so dass keine Träger nötig sind. Die Versteifung ersetzt gleichzeitig auch den BH.

Im Gegensatz zum Korsett formt die Corsage den Körper nicht. Sie ist daher weniger steif und eng. Sie kommt in drei Spielarten vor:

  • als Oberteil eines Abend- oder Cocktailkleides (an den Rock angenäht)
  • als eigenständiges Kleidungsstück, das als Ausgehkleidung zum Rock oder zur Hose getragen wird
  • als Dessous, d. h. im Gegensatz zu den vorigen nicht als Oberbekleidung zu tragen. Oft mit Strumpfhaltern versehen.

Im Deutschen wird Corsage oft fälschlich für Korsett verwendet. Auch in der zeitgenössischen Literatur werden Corsage, Korsett und Mieder nicht eindeutig in Ober- und Unterkleidung unterschieden. Es werden daher im folgenden Abschnitt zur Geschichte sowohl auf die Corsage als auch auf das Korsett Bezug genommen.


Geschichte

Korsetts und Corsagen werden bereits seit 4000 Jahren speziell in den Bereichen Mode, Sport und Militär verwendet. Das erste Korsett fand man 2000 v. Chr. in Kreta. Auch die Römer schnürten sich bereits mit Bändern und Gürteln. In der Antike wurde das Korsett vorwiegend zum Sport verwendet. Auch modische und ästhetische Aspekte wie zum Verbergen allzu großer Körperfülle (Brustbinde/Büstenhalter) fanden Anwendung.

Die Übergansperiode von Bändern zu Corsagen erfolgte im Mittelalter,

wo es als ein nach der Form des Kleides geschnittenes Unterfutter verstanden wurde.

Ende des 14. Jahrhunderts wurde wegen des sehr eng anliegenden Obergewandes von Vornehmen beider Geschlechter (vom Mann schon früher) ein korsettartiges Untergewand getragen. Isabella von Bayern führte die Mode ein, sich die Brust zu entblößen, und damit begann das Korsett eine wichtige Rolle zu spielen. Seitdem trat die dekolletierte Corsage in Erscheinung, welche bis heute erhalten ist.

In der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts kam in der Burgundischen Mode eine Schnürbrust aus weichem Ziegenleder auf und wurde daraufhin in Frankreich als Oberteil des Obergewandes mit Corsage bezeichnet.

Im 16. Jahrhundert wurden Eisencorsagen als Teil der Ritterrüstungen eingeführt. In der Spanischen Mode gab es zur Korrektur von Körper- oder Haltungsschäden ein Korsett aus steifem, hartem Leder oder aus Eisen. Sonst wurde die Corsage als Obergewand durchgehend mit Holz-, Eisen- oder Fischbeinschienen und vorne dem Blankscheit (Planchette), das eine Schneppe bildete, versteift.

Im 17. Jahrhundert wurde sie auch corps de robe genannt. Seit dem

18. Jahrhundert wurde Corsage ins Deutsche übernommen und ersetzte das bis dahin übliche Oberteil, Leibchen bzw. Mieder.

Zur Zeit des späten Biedermeiers rückte die Taille wieder an ihre natürliche Stelle zurück, die zuvor von der Mode des Empire beeinflusst erhöht war. Im 2. Rokoko lag die Betonung der modischen Silhouette auf weit ausladenden Röcken und sehr zierlichen Oberteilen mit eng geschnürter Taille. Kaiserin Elisabeth von Österreich, besser bekannt als Sissi, war eine Vertreterin dieser Mode mit tief dekollierten und reich geschmückten Roben. Nach dem Biedermeier wurden in den Gründerjahren Ende des 19. Jahrhunderts die Kostüme überaus anspruchsvoll und auswendig dekoriert und erlaubten bei den Ballroben ein großes Dekolleté.

Das moderne Korsett mit einer bereits ziemlich komfortablen Passform gibt es seit dem 19. Jahrhundert. Noch 1914 war es ganz normal, dass sich ein fescher Leutnant eines Korsetts bediente. Er hätte sonst lange nicht eine so schneidige Figur machen können. Das viel geschmähte Utensil sorgte eben für Haltung, für Contenance, gab einem - Mann oder Frau - die Sicherheit, eine gute Figur zu machen. Am Theater wurde und wird die Corsage in vielen Aufführungen und Opern verwendet. Sie gehört zur Standardgarderobe und wird von Gewandmeistern oder Kostümbildnern gefertigt.

Seit Ende des letzten Jahrhunderts rückt die Corsage wieder ins Rampenlicht. Popstars schmücken sich spätestens seit Madonna's Bühnenauftritt oder Nicole Kidman's Filmauftritt in "Moulin Rouge" gerne mit einer Corsage. Auch Dita von Teese's Inszenierung im Cocktailglas sowie die auflebende Burlesque Bewegung haben dazu beigetragen. Ebenso sind auf den Pret-a-porter Shows alle namhaften Designer mit Corsagen für "drüber" auf dem Laufsteg zu sehen. Corsagen wie auch Korsetts liegen wieder voll im Trend.


Hersteller

Bis Anfang des 17. Jahrhunderts wurden Korsetts von Kostümschneidern angefertigt, bevor es einen Zweig der Schneiderei dafür gab: "Corset-Schneider". Um 1800 spezialisierte sich Putzey sen. und Staudt in Wien als erster auf die Fertigung von Korsetts. Danach wurden mehrere Korsettmacher in Deutschland und ganz Europa eröffnet. Im 20. Jahrhundert ist der Beruf aufgrund gesellschaftlicher Veränderungen, nachlassender Nachfrage und schwindenden handwerklichen Fähigkeiten so gut wie ausgestorben. Mittlerweile ist das Bedürfnis nach Individualität, Qualität und Handarbeit made in Germany wieder gestiegen und einige Liebhaber schätzen die Vorteile eines mass- und handgefertigten Schmuckstücks. Die Corsage wird heute nicht mehr als ein einschnürendes Kleidungsstück gesehen. Durch neue Materialien und Herstellungsverfahren ist der Tragekomfort wesentlich verbessert worden und ermöglicht es, eine Corsage als dekoratives Schmuckstück anzuziehen. Somit steht dem Comeback dieses schönen Handwerks nichts im Wege.